
Boulangerie & Patisserie
In Marokko keine Bäckerei, sondern eine Falle. Man geht rein, um kurz ein Brot zu kaufen und kommt raus mit einer Schachtel voller Glück und dem festen Vorsatz, morgen weniger zu essen.
TAMEGROUTE – WO DIE ERDE GRÜN WIRD
Am Rand der Sahara, dort, wo das Draa-Tal langsam in die Farben der Wüste übergeht, liegt Tamegroute. Ein Ort, an dem Erde, Hände und Feuer seit Jahrhunderten zusammenarbeiten.
Hier wird Ton gegraben, geknetet und geformt. Dann kommt die Glasur, schliesslich das Feuer. Das berühmte Grün ist mal tief wie ein Bergsee, mal stumpf wie altes Kupfer. Flecken, Farbverläufe und kleine Unregelmässigkeiten sind keine Fehler, sondern die Handschrift eines Handwerks, das sich nicht vollständig kontrollieren lässt.
Seit dem 17. Jahrhundert wird diese Keramiktradition weitergegeben – von einer Generation zur nächsten. Nicht als Gebrauchsanweisung, sondern als Erfahrung: im Gefühl für den Ton, im Blick auf die Glasur, im Wissen um das Feuer. Gebrannt bei rund 1100 Grad, befeuert mit Palmblättern.
Und während draussen die Sahara wartet, trocknen hier Amphoren in der Sonne.
Aus Erde wird ein Gegenstand. Aus Zeit wird ein Handwerk. Und aus einem Stück Ton ein Stück Marokko.
#Tamegroute #Morocco #Transafrica #Overlanding #MoroccanCraftsmanship

Zurück in Marokko π²π¦
Transafrica war nicht unsere erste Wahl. Aber nachdem wir Frieda von Malaysia nach Hamburg überführt hatten, brachten wir es nicht übers Herz, sie noch einmal über den nächsten Teich zu schippern β΄οΈ. Frieda hat Anspruch auf festen Boden unter den Rädern.
Nun sind wir losgefahren, und nach zwei Jahren stehen wir drei wieder in Marokko. Es fühlt sich richtig an, ein bisschen wie Heimkommen in ein Land, das einem nie gehört hat. Der Start war holprig, wie bei jedem guten Anfang. Aber langsam schüttelt sich der Alltag ab, und der Reisemodus kriecht zurück.
Manches kennen wir schon und sehen es doch anders. Anderes begegnet uns zum ersten Mal. Die Vorfreude auf Mauretanien, auf den Senegal und auf die Küste, die sich immer weiter nach Süden dehnt, wächst mit jedem Tag, ohne dass wir etwas dafür tun müssten. Die Visas allerdings wachsen nicht von allein.
Und dann war da Aït Ben Haddou. Ja, es ist touristisch, bis zum letzten Lehmziegel durchfotografiert. Wir waren trotzdem dort, denn es lag am Weg, und manches ist berühmt, weil es schön ist, und nicht umgekehrt. Die stilleren Kasbahs abseits der Reisebusse sind dagegen die, in denen man noch das eigene Echo hört.
Der Kalender kennt keine Gnade: September.
Es riecht wieder nach Diesel und Aufbruch. Hier, exklusiv und mit null Garantie: die Route, die wir uns für die Transafrika ausgedacht haben.
Was davon übrig bleibt, sehen wir dann in Angola. Oder gar nicht.
Bald geht es los.
Es gibt einen Moment, an die wir uns genauer erinnern als an andere: ein Hafenbecken in Malaysia, Frieda verzurrt auf einem Flatrack für die grosse Überfahrt. 13 Monate vorher stand derselbe Wagen in einer Einfahrt in der Schweiz, vollgepackt, und wir hatten nur eine Idee, wo dieser Satz enden würde: “Wir fahren nach Zentralasien.“ Mehr Plan gab es nicht. Das war am 6. April 2025.
Wenn man will, lässt sich das Ganze auch in Zahlen pressen – 45’130 Kilometer, 23 Grenzen, 13 Monate – aber das ist ungefähr so aussagekräftig wie der Blutdruck eines Verliebten. Es misst etwas, ohne die Sache selbst zu berühren.
Was bleibt, sind andere Dinge. Ein Schafhirte auf den Feldern von Kasachstan, der kein Wort unserer Sprache sprach und trotzdem den ganzen Abend redete. Die Mongolei, in der die Weite so gross wurde, dass das eigene Denken plötzlich klein wirkte. Ein Mechaniker irgendwo zwischen zwei Ländern, der unser Problem löste, bevor wir es überhaupt fertig erklärt hatten – mit Händen, nicht mit Worten.
Die Route, die wir am Anfang im Kopf hatten – Zentralasien, Pamir, Mongolei, fertig –, hielt genau so lange, wie Pläne eben halten, wenn man sie der Wirklichkeit aussetzt. China war nicht vorgesehen. Südostasien auch nicht. Aber dann stand plötzlich eine Grenze offen, die wir für geschlossen gehalten hatten. Natürlich fuhren wir durch.
Man könnte sagen, wir sind gereist. Genauer wäre: wir haben gelebt, nur mit wechselnder Aussicht vor der Windschutzscheibe. Es gab Tage, an denen alles leicht war, und Tage, an denen nichts leicht war – an denen wir müde waren, orientierungslos, oder einfach nur genervt vom eigenen Wagen. Und trotzdem liegt genau darin der Zauber: leben ausserhalb der Komfortzone, ohne zu wissen, was der nächste Sonnenaufgang bringt.
Wir wollten nirgendwo ankommen. Wir wollten unterwegs sein. Aus der Idee ist eine Geschichte geworden – unsere.
Wer das hier mitgelesen hat, auf Insta und FB oder Polarsteps, mit einer Nachricht oder Videochat mitten in der Nacht: Danke. βΊοΈ Die Geschichte machte eine Pause. Nicht länger als nötig.
Der nächste Kontinent wartet und mit ihm eines der letzten, grossen Abenteuer dieses Planeten: Transafrica.
Temporär zurück in Thailand – die Verschiffung zieht sich hin.
Ursprünglich wollten wir über die arabische Halbinsel weiterreisen – weder auf dem Land- noch auf dem Seeweg momentan machbar. Das Angebot für eine Verschiffung von Malaysia in den Oman startete bei 28’000 $ – Hafenhandling nicht inbegriffen. Ist wohl nicht der richtige Moment π€·πΌβοΈ
Pulau Tioman, Südchinesisches Meer, Malaysia.
Dicht bewaldet, dünn besiedelt, sieben Dörfer. Kein Gebäude über drei Stockwerke — das sagt mehr über einen Ort als jeder Reiseführer. Das TIME Magazine kürte sie 1970 zu einer der schönsten Inseln der Welt. Seither hat sich wenig geändert. Weisser Sand, klares Wasser, kein Lärm, der nicht vom Meer käme.
Die Tage lösten sich auf. Morgens Kaffee, mittags Schatten, abends das Licht, das übers Wasser fiel wie eine Entschuldigung dafür, dass es bald vorbei sein würde.
#pulautioman #southchinasea #malaysia #islandlife #fernweh
Malaysia
Georgetown zuerst. Chinesische Tempelgassen, indische Gewürzläden, koloniale Fassaden, auf denen die Farbe blättert wie alte Haut. Man läuft und schwitzt.
Die Hitze in Malaysia ist kein Wetter, sie ist ein Zustand. Schon um acht Uhr morgens liegt sie auf der Brust wie ein feuchtes Tuch, das jemand dort vergessen hat.
Kuala Lumpur dann – die andere Welt. Hochhäuser, Klimaanlagen, Einkaufszentren. Gucci. Rolex. Louis Vuitton. Alle sind sie hier. Die Petronas Towers ragen in einen Himmel, der meistens grau ist, kurz vor dem nächsten Gewitter.
Die Gewitter kommen täglich. Nachmittags meist, als wäre es Pflicht. Erst wird es dunkel, dann riecht die Luft anders – schwerer, elektrischer – dann bricht es los. Zwanzig Minuten Weltuntergang. Dann dieselbe Hitze wie vorher. Nur die Strassen dampfen jetzt.
Malaysia erschöpft und fasziniert gleichzeitig. Irgendwann hört man auf, das zu trennen.
Georgetown
Street Art woanders: illegal, nachtaktiv, vergänglich. In Georgetown: ausgeschildert, restauriert, instagrammt. π¨
Eine Stadt, die ihre Wände zur Kunstgalerie macht und trotzdem lebt, lacht, hupt und parkt. Georgetown braucht keinen Rahmen - es ist selbst einer β€οΈ
#Georgetown #StreetArt #ArtEverywhere #ernestzacharevic
Thailand hat plus / minus 43’500 buddhistische Tempel.
Und 15.000 7- Eleven.
Das ist kein Widerspruch. Das ist Theologie.
Beide versprechen dasselbe: dass du nicht verloren bist. Dass immer jemand offen hat. Dass Erleuchtung, notfalls auch als Iced Cappuccino, erreichbar ist.
Die Mönche tragen Orange. Die Läden auch.
Wenn man Thailand auf ein einziges Bild reduzieren müsste – welches wäre es? πΉππ€
ποΈJames-Bond-Island in der Phang Nga Bay als Sinnbild für das tropische Paradies?
π Wat Arun oder der Grand Palace für Kultur, Prunk und Bangkok-Eleganz?
πElefanten, Buddha-Statuen oder Traumstrände mit Longtail-Booten wie Phi Phi oder Maya Bay?
Für mich ist es ganz klar der Tuk-Tuk πΊ
Laut, chaotisch, bunt, waghalsig, günstig – und pures Abenteuer.
Er verkörpert das urbane, lebendige, manchmal verrückte Thai-Feeling wie kaum etwas anderes
und ist weltweit sofort als „Thailand“ erkennbar π

Ban Mung - Bats flying